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Auf der Suche nach dem besten Knafeh in Nablus

Das erste Mal ist mir Knafeh in Betlehem begegnet. Mein Gastgeber Peter hatte den Knafeh zum Kilopreis in einem Laden gekauft und ich aß ihn genüßlich am Küchentisch vom Pappteller. Der halbzerlaufene Käse unten und oben drauf eine Mischung aus Mandeln, Nüssen, Zuckersirup, Zimt und Nelken ist eine arabische Spezialität. Der Käse macht die Mahlzeit ziemlich füllend und mehr als das halbe Kilo konnte ich beim besten Willen nicht essen. Danach bekomme ich immer einen Zuckerschock, so dass ich im Anschluss an Knafeh stets noch etwas Saures wie ein Falafelsandwich essen muss.

Die zuckersüße Mahlzeit, die auch im Balkan und der Türkei bekannt ist, ist im Westjordanland, genauer in Nablus, erfunden wurde. Und wie das Glück so will machte ich mit meinem Gastgeber Noor genau in diese Stadt einen Tagesausflug. In den engen Gassen der Altstadt suchten wir nach dem frischesten Knafeh, und Noor und seine zwei Freunde entwickelten einen wahren Ehrgeiz den allerbesten der Stadt für mich zu finden…

Auf der Suche nach Knafeh in Nablus

Wir laufen durch die engen Gassen der Altstadt mit ihrem sehr lebendigen Straßenleben. Das bunte Treiben aus Basaren und vielen Passanten bin ich schon aus Betlehem gewohnt, dennoch ist das „Durcheinander“ immer wieder aufs neue faszinierend. Und anders als in andere arabischen Städten fühlte ich mich im Westjordanland nie von Händlern bedrängt etwas zu kaufen, sondern habe die Menschen als sehr freundlich erlebt. Nablus ist ein wirtschaftliches Zentrum im nördlichen Westbank und auf den Plätzen und in den engen Gassen reiht sich ein Laden an den anderen. Die Sooq ist ein typischer bunter Gemüse- und Obstmarkt im Zentrum der Stadt. Ich probiere frischgepressten Saft aus 5 verschiedenen Früchten, der an einem der vielen Stände angeboten wird.

Nachdem sich ein Freund von Noor in einem Jeansladen eingedeckt hat, biegen wir schließlich in eine noch kleinere Sackgasse ein und erreichen einen Laden, vor dem ein älterer Mann mit Schnauzbart und Schürze von riesigen runden Silberblechen gerade die letzten Knafehstücke auf Teller verteilt. Von hinten kommt ein junger Mann der schon das nächste Blech frisch aus dem Ofen nachliefert. Schnell bildet sich eine kleine Schlange von Menschen und auch dieses Blech ist in ein paar Minuten abgeräumt. Wir setzen uns an einen der kleinen Plastiktische und bald kommen auch schon die Teller mit dem süßlich duftenden Käsegebäck, das wir mit einem Glas Schwarztee verputzen.

Wartende vor dem Knafeh Stand

Später am Tag nehmen wir ein Taxi und lassen uns auf den Berg Garizim fahren, von dem man einen tollen Ausblick auf die Stadt hat. Im Volksmund heißt der Park mit Aussichtsplätzen auch Sky of Nablus. Bald verschwindet die Sonne als ein glühender roter Ball hinter dem Häusermeer. Neben der Altstadt hat Nablus auch einen neuen Teil und ist auf 100.000 Einwohner gewachsen.

Kulinarisch hat das Westjordanland einige Besonderheiten zu bieten und ich fand das Essen hier sogar bekömmlicher als in Israel. Was man  unbedingt noch probieren sollte ist Zaterbrot zum Frühstück, das ist Fladenbrot mit einer dicken Schickt Tymian und Olivenöl bedeckt (Zater ist Tymian).

Maklube ist ein Reisgericht

Reiseinfos:

Die Reise nach Nablus führt von Jerusalem zunächst nach Ramallah, von wo Busse und Sammeltaxis nach Nablus fahren. Aufgrund schlechter Straßenverhältnisse sollte man mehrere Stunden einplanen.

In Nablus kann man in mehreren Gästehäusern, auch Hostels, übernachten.

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