Artikel
0 Kommentare

Wo Giraffen shoppen gehen: Kultur am Zoo

Die Giraffe auf dem Hochhaus fiel mir erst auf als ich meine Erkundungstour rund um den Zoo schon abschließen wollte. Die tristen weißen Wohnhäuser prägen das Bild der Gegend um den Bahnhof Zoologischer Garten, die im Volksmund nur „Zoo“ genannt wird. Die Giraffe verweist natürlich auf den nahgelegenen Tiergarten, der gerne von Familien aufgesucht wird.

Eine eigenartige Gegend ist dieser „Zoo“. Hier findet man die Mischung aus alt und neu, absolut stilvoll und hässlich bis heruntergekommen, die Berlin an vielen Orten ausmachen. In der Mitte des Zentrums dieses Ortes tront die Gedächtniskirche, das Symbol von Westberlin, deren abgebombter Turm seit dem 2. Weltkrieg so stehen gelassen wurde. Hier beginnt die glamuröseste Straße Berlins, der Kudamm. Jüngst hat direkt am Europaplatz das Bikini-Haus eröffnet, eine Concept Mall für junge Trendsetter. Im übrigen in einem wirklich sehenswerten denkmalgeschützten Bürogebäude mit offenen Kollonaden und den typischen abgerundeten Ecken der 50er Jahre. Hier habe ich das Schaufenster der neuen Filiale des Brillenlabels Mykita entdeckt, über das ich in einem eigenen Post berichtet habe.

mykita-zoo

Daneben gibt es viele interessante neue und alte Kulturbetriebe zu entdecken. Das Museum für Fotografie mit der Helmuth Newton Stiftung ist ein Besuchermagnet. Die Jebensstraße, wo es sich befindet, war früher Teil des berühmten Strassenstrichs und ist heute tagsüber unbelebt bis auf seltsame Gestalten, die plötzlich aus Wandvorsprüngen der sanierten Jugendstilhäuser heraustreten. Dem Besucher des schicken Museums wird kaum entgehen, dass es in dieser Straße so nach Pisse riecht wie sonst nur im Clubkiez am Schlesischen Tor.

Eingangshalle Museum für Fotografie

Eingangshalle Museum für Fotografie

Mehrere Kinos: das Delphi, eines der ältesten Kinos Berlins und der nagelneue Zoo Palast, der auf ein altehrwürdiges Kino zurückgeht, in dem schon Anfang des 20. Jahrhundert deutsche Filmwerke ihre Uraufführung erlebten, z. B. Metropolis im Jahr 1927.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Das Theater des Westens zeigt Shows mit Musicalcharakter.

Gespannt wartet Berlin auf die Wiedereröffnung des Fotospaces C/O im Amerika Haus. Das Gebäude wird gerade einer denkmalgerechten Sanierung unterzogen. Fotos sind daher nur in einer kleinen Outdoorausstellung zu sehen und im Netz: Michael Disqué dokumentiert für den neugierigen Besucher die Umbauarbeiten.

Die Nähe zum Museum für Fotografie dürfte für Besucher besonders interessant sein. 150 Meter Fußweg hat der Besucher zukünftig zwischen den beiden Fotoausstellungen zurückzulegen.

 

Share this: Twitter | Facebook | Delicious | Mr. Wong | LinkedIn
Artikel
1 Kommentar

Es lebe Taschen und das Kunstbuch!

Ich gebe zu, dass ich es zum Einkaufen zum Kudamm eher selten schaffe. Jetzt lockte mich jedoch die Neueröffnung des Taschen-Stores in der Schlüterstrasse genau dorthin…

Das Kunstbuch ist ja schon immer ein Luxusprodukt gewesen und der Name Taschen steht wie kein anderer für dieses begehrenswerte Produkt. Das Internet mit seiner Bilderflut hat dem Markt in den letzten Jahren aber schwer gemacht und Kunstbuchverlage kämpfen im wahrsten Sinne ums überleben. Ich denke es ist nicht zu weit hergeholt, die Wiedereröffnung eines Taschen-Stores in Berlin als kleines Revival des Kunstbuchs zu feiern.

Bis vor circa zwei Jahren befand sich auf der Friedrichstrasse auf Höhe der U-Bahn-Station Stadtmitte ein kleiner Laden des Taschen-Verlags. Der Laden war wirklich klitzeklein, hatte gerade mal die Größe meiner 30qm -Wohnung und präsentierte die neueste Auswahl des Verlagsprogramms. Letztes Weihnachten wollte ich dort mal wieder stöbern und vielleicht auch ein Geschenk dort abgreifen, umso enttäuschter war ich, als der Store nicht mehr da war. Wenn Taschen in Berlin zu macht, ist das schon ein Zeichen für das Sterben der Kunstbuchbranche. Man könnte es natürlich auch so auslegen, dass Berliner einfach zu arm sind, sich schöne aber zugegebenermaßen manchmal auch recht nutzlose Bücher zu kaufen. Ohne Zweifel sind Kunstbücher ein Luxusprodukt und auf den mittlerweile gestochen scharfen riesigen Computerdisplays sehe Fotos und Bilder nun mal ziemlich gut aus.

Seit ich in der Schulzeit anfing, Kunstbücher zu lesen, habe ich eine Schwäche für die Reihen und die ungewöhnlichen Buchformate von Taschen. Ich hatte damals natürlich eher selten das Budget mir die Bücher zu kaufen, stöberte aber umso lieber in Buchhandlungen oder Bibliotheken darin. Irgendwann las ich dann mal einen Artikel in der ZEIT über Benedikt und Angelika Taschen. Die Erfolgsgeschichte des angesehenen Verlegerpaares und ihr ausschweifendes Leben in Köln und in Los Angeles faszinierten mich. Das Foto ihres Chemosphere Hauses, einer Perle der modernen Architektur, über den Dächern von L.A. hat sich mir eingeprägt. Bei meinem Praktikum im Feierabend Kunstbuchverlag 2012 hörte ich den letzten Tratsch aus der Verlegerwelt und Taschen ist da immer ganz mit vorne dabei. Auf Details gehe ich hier mal nicht weiter ein, es kann ja jeder auch googeln…

Der neue Store ist jedenfalls einen Besuch wert, denn es handelt sich nicht nur um einen Laden sondern um ein völlig neues Store-Konzept mit Namen „Pop-Up-Store“. Zur Eröffnung wurde das Geschäft innen und außen mit großformatigen Illustrationen von Fritz Kahn überzogen. In der Weimarer Republik publizierte der Berliner Autor, der im Schlüterkietz wohnte, seine Werke über den Menschen als Maschine. Kahns Bildwerk gilt als eine Pionierleistung des modernen Informationsdesigns. Ab April soll ein neuer Künstler vorgestellt werden, ich bin gespannt, ob der Verlag dann wieder einen verstorbenen Künstler ehrt oder sich einem Zeitgenossen widmet. In jedem Fall wird es einen Bezug zum Verlagsprogramm geben. Ich finde die Idee jedenfalls Klasse, und auch aus Marketingsicht natürlich 1A, denn so werden Besucher immer mal wieder vorbeischauen. Außerdem habe ich mir vorgenommen auch mal die anderen 12 Taschen-Stores zu besuchen, die es weltweit gibt. Einer, nämlich der in Hamburg, ist ja gar nicht weit weg.

Ich finde es toll dass das Verlagsgeschäft auch im Kunstbuchbereich noch lebt und ein Verlag in diesen Zeiten weiterhin neue Stores eröffnet. Derzeit steht es mit meinem Buchbudget nicht so gut, aber gerade zu Anlässen wie Weihnachten, werde ich dem Laden wieder einen Besuch abstatten!

Habt ihr auch eine Schwäche für Kunstbücher und welcher Taschen ist euer Liebling?

Share this: Twitter | Facebook | Delicious | Mr. Wong | LinkedIn
Artikel
0 Kommentare

New West Berlin – new artists in old buildings

What makes an exhibition good for me? As I am not an art-expert an exhibition often lives from side-effects that make the visit valueable like the direct contact to artists, interesting public or the location. Last weekend I went to an exhibition opening of an artist collective that showed their work in the building they used over the summer. The hole thing was close to my workplace in Kreuzberg and I got the invitation from a colleague.

When i arrived in the street I was not sure if I found the right place. Between the houses there was an field and in the back you could see old brick buildings. There are still some similar grounds left especially in the area close to Spree. The buildings were used by the industry and after the fall of the wall they didn’t get maintained. 15 years ago this old “ruines” started to attract artists and creative folks to use it as ateliers, studios, exhibition space.

The areal of buildings in Melchiorstrasse were used as … Inside the buildings you can still see some remains of the old use: space in the floor for the wheels, some floorparts that you could turn around. If you enter the main building you see many big doors that you could open to drive the big busses in and out. The main building has 6 floors. The ground floor is a big hall with two stairhouses on each small side. In the two upper floors that you could visit for the exhibition there are smaller rooms that they made in the last two month of getting of from a big corridor. I guess there must have been the administration, rest rooms and cloak rooms.

When I arrived there on friday night everyone seemed busy. There were only a few people in front of the building and in the main hall. The first strange fact I recognized that there was no light so you couldn’t see most of the art. The artists or organizers run around and could answer brievly my questions or welcomed me by passing by. One girl showed me the staircase and recommended me to have a look upstairs. In the staircase a photografer was busy choosing a selection of his pictures. His pictures showed self-portraits in different locations in Berlin: in a boat in the middle of a lake, at Brandenburg Gate and in the location itself. I made the effort to go their again during the daylight to take the pictures you see here; and also to visit the spots the photographer Julien from Marseille used for his shooting. His idea was to always show himself with a ton of colourful air balloons knotted to his long rasta-hair.

In the art areal he jumped from a junk car and you could imagine that the balloons carry him towards the ceiling where there was a hole in the roof. The artist played with the holes and unperfectness of the location. The pictures are also just funny and nice to look at.

On the next day I had the chance to talk to Julien briefly. He said that it was an old idea he realized in this series. For sure the location gave him inspiration too.

In the small rooms besides the coridor the artists occupied each a room for their individual work presentations. It was not the best art I have seen but still the individual design of each roomwas interesting to look at. I remember one more room where the artist expressed his ideas both with an animation and a story recorded on tape.

Some rooms were completly empty but you saw the grey walls where the colour surface peels off in a way that you see new interesting shapes and formations. One grey wall where the colours comes off reminds me on a big painted picture.

In another room you see inside a chaotic atelier scenery with lots of bits and pieces. Artists in all epochs liked to paint their own environment and show it to the public.

One more room I remember: an atelier scenery again but this time with odd “models” sitting on chairs: puppets, teddy bears. For what do they wait? The portraits on the wall show children but not in a way that they looked too serious. They looked like pictures of anchestors in non-colour white, black, grey. On the photographs I already described you see the vegetation around the building. When I went there the next day I was impressed by the vegetation around the buildings. The light green bushes reminded me on dshungeltrees. There is also a house called elephanthouse. In relation to its former use someone painted a big elephant on a gate.

For the party they used the small rooms where the officers looked out in the main hall. In the winter balconys they styled bars with piano and bar.

The future of the buildings is uncertain.

On the opening I could talk to the cultural manager of the project. One aim is to keep the building as long as possible for community use. The city is not the owner of the areal therefor the risc is high that it will removed like many old buildings before.

When I made pictures out of the window I could see one of the last occupied houses called “Köpie” just opposite and next to it luxury living houses. Instead of keeping the old structure, investors often decide to remove the hole venue and built new.

Share this: Twitter | Facebook | Delicious | Mr. Wong | LinkedIn