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Tel Aviv I: meine liebsten Aktivitäten

Was macht man, wenn man 4 Tage in einer der aufregendsten Städte verbringt? Was für eine Frage, natürlich 24 Stunden am Tag ausnutzen für Spaß und Action… Für mich stand zwar auch etwas Kultur auf dem Programm, aber die lange Strandpromenade mit einem Bike zu erkunden und Street Photography kann ich nur empfehlen! In diesem Beitrag nehme ich euch mit zu den beliebtesten Aktivitäten in Tel Aviv.

Eine Stadt und ein endloser Strand

Nach einer langen Nacht im Flieger empfängt mich die Großstadt Tel Aviv am Morgen mit strahlendem Sonnenschein, ich blinzele von meinem Balkon an der belebten Hajarkon St in die gleisende Morgensonne. Ja, Israel wartet auch im November noch mit heissen Temperaturen und Sonnenscheingarantie auf. Die Hayarkon Straße verläuft parallel zur Strandpromenade, die von Wolkenkratzern und Luxushotels gesäumt ist – das Image Tel Avivs – und genau dort zieht es mich als erstes hin.

Das Leben in der Stadt findet eindeutig am Strand statt, der auch unter der Woche gut mit Menschen gefüllt ist. Nicht nur Touristen, auch Einheimische nehmen bei den ganzjährig angenehmen Mittelmeertemperaturen ein Bad. Im Grunde ist der Strand aber sozialer Mittelpunkt, hier treffen sich Jugendliche und Traveller, spielen Beachvolleyball oder geniessen einfach das Nichtstun. Die beste Möglichkeit die mehrere Kilometer lange Strandpromenade zwischen der Stadt Jaffa mit seiner alten Befestigungsanlage im Süden und dem alten Hafen im Norden zu erkunden, sind die grünen City Bikes. Selbst Einheimische nutzen das einfache System, um in der meist flachen Stadt herumzukommen und vom Verkehr unabhängig zu sein. Ich miete mein Rad mit der Kreditkarte an einer vielen Verleihstationen in der Nähe meiner Unterkunft und finde entlang der Strandpromenade etwa alle 500 Meter eine Station, bei längeren Pausen gebe ich das Rad zurück, so kostet mich der ganze Spaß nur ein paar Euro pro Tag.

Die schönsten Strecken für Radfahrer

Eine schöne Strecke bei Sonnenuntergang ist von Jaffa im Süden zurück ins Zentrum. Entlang des Strandes finden jeden Tag viele Hochzeitsshootings statt. Israelis lieben Hochzeiten und scheinbar auch aufwendige Fotosessions, jedenfalls macht es Spaß von der erhöhten Strandpromenade dem Treiben am Strand zuzusehen. Außerdem ist in den kühleren Nachmittagsstunden die Zeit Hunde auszuführen. Israelis lieben Hunde und viele haben gleich mehrere Hunde an der Leine. Außerdem lieben Israelis Sport und Fitness. Am Strand gibt es viele Beachvolleyballfelder, Pools zum Bahnenschwimmen und besonders beliebt die Fitnessparcours mit Geräten, die immer ausgelastet sind. Ich erinnere mich, dass es bei uns solche Parcours im Wald gab, aber die letzten wurden in den 80ern gebaut und werden schon länger nicht mehr benutzt.

Eine weitere Möglichkeit zum Radfahren bietet durch den Hayarkon Park im Norden, hier kann man mehrere Stunden radeln ohne dass es langweilig wird, denn auch im Park gehen Israelis ihren Freizeitbeschäftigungen nach und es gibt immer etwas zu sehen.

Empfehlenswert ist auch die Strecke nördlich des Alten Hafens, hier kann direkt am Ufer radeln und kommt an den Rollfeldern eines kleinen Flughafens und des riesigen Towers eines Energiewerkes vorbei. Ich bin die Strecke im dunkeln gefahren, was eine besondere Atmosphäre mit den Lichtern der großen Türme des Energiewerks hat.

Street Photography in Tel Aviv

Gleich nach Radfahren ist mein zweitliebstes Hobby die Fotografie. Die Wege zwischen den In-Vierteln sind durchaus lang und es ist tagsüber heiß, so dass ich mir auch für diese Aktivitäte ein Citybike leihe, dass ich bei längeren Fußstrecken an einer der vielen Verleihstationen stehen lasse.

Entlang der Strandpromenade gibt es sehr viele Motive: Tel Aviver lieben Fitness an Geräten, Joggen, Skaten, man sieht verliebte Paare, und die Isralis führen ihre Hunde aus, oft auch mehrere aus.

Am Abend bietet der Strand zahlreiche Motive für Available Light Fotografie. So gelingen mir einige Schnappschüsse von beleuchteten Keith Haring Männchen, die im Sand stehen. Mehrere Strandbars sind schön beleuchtet. Die sich im Meer spiegelnden Wolkenkratzer sind ein weiteres beliebtes Motiv.

Natürlich entdecke ich auch viele Motive in den Straßencafes und auf dem Carmel Markt.

Sehenswert sind die Grafitits in der Nähe des Florentinerviertels und ein Besuch des Flohmarkts in Jaffa.

Das Nachtleben oder der kurze Besuch einer Tranceparty

Ich bin zu einer Tranceparty eingeladen, die im Süden der Stadt in einem Industrieviertel stattfindet und auf 22 Uhr angesetzt ist. Als ich um 23 Uhr ankomme stehen ein paar Leute vor der großen Halle, die Tür ist noch verschlossen. Die Leute sind überwiegend sehr jung, wer außer Schülern und Studenten kann schon an einem Montag ausgehen? Aber Tel Aviv schläft ja bekanntlich nicht. Letztendlich handelt es sich dann doch um eine riesige anonyme Clubveranstaltung. Nach und nach kommen „Gäste“ an, die dann auch reingelassen werden. Entweder Mitarbeiter oder Freunde von Freunden, die exklusiven Eintritt haben, nehme ich an. Ich hoffe dass ich da irgendwann noch reinkomme im Laufe des Abends. Da ich nicht zu spät bei meinem Host ankommen sollte, bleiben mir nur noch ein paar Stunden. Um Mitternacht werden dann endlich die ersten Gäste reingelassen, zunächst bleibe ich noch im Hintergrund, aber schnell wird klar, dass diejenigen reinkommen, die sich durch Handzeichen bemerkbar machen. Dies tue ich nun auch, scheitere aber noch am kritischen Blick der Einlasser. Dann klappt es endlich und ich darf zur Kasse durchgehen. Diese seltsame Türpolitik dient meiner Meinung nach dazu, das Event als etwas besonderes darzustellen. Drinnen ist es dann aber wirklich interessant. Es ist nicht nur ein guter DJ geboten sondern auch Performances und einen Art Markt für Kunst. Hier kann man eine unterhaltsame Nacht verbringen.

Fazit einer Partynacht: Es ist wirklich einfach das Nachtleben zu geniessen und auf Party mit Israelis ist gute Stimmung garantiert und ich hätte es gerne noch ausführlicher getan, aber man muss wissen, wo man in Tel Aviv hingeht. Am besten folgt man dem Tipp von Einheimischen oder erwischt eine der vielen privaten Partys.

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